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Foto Enric Duch

Das Gesamtwerk Georg Kolbes umfasst etwa 1.000 Skulpturen. 220 Bronzen befinden sich im Besitz des Georg Kolbe Museums. Nicht alle Werke konnten in Bronze gegossen werden, die erhaltenen Gipsmodelle sind daher wichtige Zeugnisse seines Schaffens, 310 davon sind im Georg Kolbe Museum erhalten. Die dort gesammelten 1.450 Zeichnungen zeigen einen versierten Zeichner, der in schnellen Strichen die Körperbewegungen seiner Modelle aus der Silhouette erfassen konnte.  Kolbe bemühte sich stets um die fotografische Dokumentation seiner Kunst. Darüber hinaus nutzte er das Medium der Fotografie, um den Entstehungsprozess seiner Werke vom Ton- über das Gipsmodell bis hin zur fertigen Bronze festzuhalten. Wie die Gipsmodelle bieten auch die historischen Fotografien oft den einzigen Nachweis eines Werkes, das nicht erhalten geblieben ist. Besonders interessant sind die Fotorückseiten, die über die Jahrzehnte als Informationsträger dienten und wichtige Hinweise zu Provenienz, Datierung, Titel oder Standort des abgebildeten Werkes liefern. 

Das Georg Kolbe Museum wandelte sich in seiner Geschichte von einer Kolbe-Gedenkstätte hin zu einem aktiven Forschungsort. Ein Meilenstein auf diesem Weg war die wissenschaftliche Erschließung und Digitalisierung des gesamten künstlerischen und fotografischen Nachlasses, die mit Mitteln des Berliner Senats großzügig unterstützt wurden. Die Ergebnisse sind nun erstmals hier zugänglich. KOLBE ONLINE macht darüber hinaus eine Besonderheit der Sammlung sichtbar, denn zwischen den Kunstwerken  bestehen Beziehungen, wie z. B. Skizzen und Entwurfszeichnungen, die spätere Skulpturen vorbereiten. 

Es geht weiter …

Für 2019 plant das Museum, weitere Sammlungsbereiche zugänglich zu machen. Neben der Druckgrafik, die zu Kolbes Lebzeiten einen wichtigen Stellenwert in seinem Werk einnahm, wird die Digitalisierung von Kolbes schriftlichem Nachlass im Fokus stehen. Dazu zählen vor allem Briefe an den Künstler – darunter Schreiben von bekannten Persönlichkeiten wie Ernst Barlach, Theobald von Bethmann-Hollweg, Erich Heckel, Karl von der Heydt, Annette Kolb, Max Liebermann, Ludwig Mies van der Rohe, Hans Prinzhorn oder Karl Schmidt-Rottluff. Sie enthalten eine Fülle von Hinweisen auf einzelne Kunstwerke, ihre historischen Entstehungsbedingungen sowie deren Provenienzen.